Aufklärungsaktion an Gymnasium in Langenzenn: Lehrer entreißen Schülern Flugblätter
Auf einem Teil der Fläche des ehemaligen US-Kriegsgefangenenlagers in Langenzenn steht heute das Wolfgang-Borchert-Gymnasium. Das Gefangenenlager existierte von April bis Juni 1945 und war das größte in ganz Süddeutschland. Unermessliches Leid spielte sich dort ab. Die Unterbringung der Gefangenen auf einer freien Fläche war katastrophal, die Verpflegung blieb teilweise tagelang aus, medizinische Versorgung gab es nicht und hinzu kamen noch die Gräueltaten der Bewacher. Nur die wenigsten Schüler wissen von dieser Tatsache. Um dies zu ändern, verteilten Aktivisten heute Morgen (19. April 2018) Flugblätter an die Schüler.
Bereits im Vorfeld zu der Aktion wurde uns aus informierten Kreisen zugetragen, dass die Sicherheitsbehörden die Schulleitung vor einer möglichen Flugblattverteilung gewarnt hatten(!). Nach ca. 20 Minuten ungehinderten Verteilens verirrten sich so erst die beiden Hausmeister vor die Schule und versuchten, die Ausgabe der Flyer zu verhindern. Jeder Schüler, der ein Flugblatt in der Hand hatte, wurde von den beiden fast schon bedrängt und genötigt, es ihnen auszuhändigen. Erfreulicherweise kamen viele der Schüler dieser dreisten Aufforderung nicht nach. Der Physiklehrer Heinrich Sch. stieß wenig später dazu und zeigte sogar Körpereinsatz. Vermutlich in einem Anflug von Kadavergehorsam der Schulleitung gegenüber, diese hatte die Flugblätter als „verboten“ erklärt, riss er seinen Schülern sogar außerhalb des Schulgeländes die Flyer aus der Hand.
Trotz der Störversuche des Schulpersonals konnten mehrere Hundert Flugblätter an die Schüler verteilt werden. Von der vermeintlichen Meinungsfreiheit in der Bundesrepublik konnten sich die Schüler an diesem Morgen ebenfalls ein anschauliches Bild verschaffen. Einige Schüler wirkten ob des rüpelhaften Verhaltens des Schulpersonals sichtlich irritiert.
Mehr Informationen über das Kriegsgefangenenlager gibt es hier: Vergessenes Leid – Kriegsgefangenenlager Langenzenn
Das an die Schüler verteilte Flugblatt kann hier nachgelesen werden:

