Polen: Warschau verbietet Aufmarsch zum 100. Unabhängigkeitstag
Auch dieses Jahr wollen polnische Nationalisten eine Demonstration in Warschau zum Gedenken an die Unabhängigkeit Polens im Jahr 1918 veranstalten. Diese jährt sich zum 100. Mal. Die liberale Warschauer Bürgermeisterin, Hanna Gronkiewicz-Waltz, verbot die für Sonntag geplante Demonstration, zu der sich letztes Jahr ca. 60.000 Teilnehmer einfanden, mit der Begründung, es könne zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen. Tomasz Dorosz, Anführer des am Marsch teilnehmenden Nationalradikalen Lagers, sagte zum Verbot: „Wir verstehen die Entscheidung von Bürgermeisterin Gronkiewicz-Waltz nicht. Selbst wenn die Gerichte ihre Entscheidung bestätigen, werden wir uns trotzdem treffen. Der Marsch wird stattfinden.“
Letztes Jahr waren während der Demonstration immer wieder Sprechchöre wie „Gott, Ehre, Vaterland“ und „Polnische Industrie in polnische Hände“ zu hören. Außerdem wurden Spruchbänder mit den Aufschriften „Weißes Europa“ und „Sauberes Blut“ gezeigt.