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Nationale Partei – DER III. WEG

Ein kritischer Blick auf die AfD

26.06.2019 - 04:00

Die AfD ist neoliberal, reformistisch und pro-zionistisch. Dennoch wird sie von vielen irrtümlicherweise dem nationalistischen Lager zugeordnet. Die vergangene Europawahl hat einen Trend bestätigt: Viele Nationalisten setzen ihr Kreuz dort, wo am ehesten der Erfolg winkt. Ungeachtet aller fundamentalen Unterschiede sind die oberflächlichen Gemeinsamkeiten noch immer der Grund, warum die AfD als Rettung für Deutschland betrachtet wird. Die ausbleibenden Erfolge beim Erreichen der hochgesteckten Ziele sowie das Ende vom Wachstum der AfD könnten die Blase jedoch bald platzen lassen. Bislang haben nationale Parteien den offenen Konflikt mit der AfD gescheut, doch ein klarer Blick hinter die Fassade der Rechtspopulisten zeigt, warum es an der Zeit ist, diesen vorzunehmen.

Die AfD hat erreicht, was nationalistischen Parteien seit 1945 nicht mehr gelungen ist. Es wurden Wähler aus allen anderen politischen Fraktionen gewonnen, die Partei ist überall eingezogen, wo man nur einziehen kann. Ein Rezept zum AfD-Erfolg ist vor allem der Minimalkonsens, der bürgerliche Rechte und völkische Nationalisten eint. Für den Kampf gegen die Überfremdung gehen völkische Nationalisten viele Kompromisse ein, um das Wachstum der Partei zu ermöglichen. Das verleumderische Geschichtsbild über die Generation unserer Groß- und Urgroßväter wird toleriert. Zionisten werden als Verbündete im Kampf gegen die Islamisierung akzeptiert. Das System als solches wird unkritisch als Quelle von Wohlstand und vermeintlicher Sicherheit betrachtet, die nur reformiert werden muss. Die Existenz von Rassen wird geleugnet, der biologische Volksbegriff nur vorsichtig gebraucht und selbst über den Fakt des drohenden Volkstods herrscht kein Konsens.

Dahinter steckt die Hoffnung, das System könnte auf einem bequemen Weg reformiert werden. Die Überfremdung? Ein Ausrutscher, Folge eines gesellschaftlichen Linksrucks in den letzten Jahren. Unter den alten Konservativen, vom Schlage eines Franz-Joseph Strauß, war alles in Butter. Nur irgendwann haben die Merkels und Gaucks die Überhand gewonnen. Nun soll die AfD das Korrektiv darstellen. So denken all jene, deren größte Sorge der Wertverlust ihrer Immobilie ist, wenn in der Nachbarschaft die Asylkaschemme aufmacht. Oder die gereizt sind, weil ihnen der Neger schon wieder auf den akkurat geschnittenen Rasen im Vorgarten geschissen hat.

Die AfD-Spitze weiß um dieses Klientel. Viele Spitzenpolitiker sitzen schon lange an den Futtertrögen des Systems und waren früher selbst in der Union aktiv. Sie sind geschickt auf die Welle des Erfolgs aufgesprungen und wollen sie nun zu Ende reiten. Doch das Ende der Fahnenstange ist offenkundig erreicht. Während in Mitteldeutschland zwar weiterhin starke Zahlen eingefahren werden, stagniert die Partei in den restlichen Ecken der Republik. Die pure Androhung von revolutionären Veränderungen lässt den süd-, west- und norddeutschen Konservativen jeden Reformvorschlag vergessen. Dann doch lieber wieder in die ausgestreckten Arme der CSU zurückgekehrt, die mehr Schutz für den eigenen Mercedes verspricht.

Auf die Stagnation reagiert die AfD auf zweierlei Art: zum einen mit Säuberungen von politisch unbequemen Mitstreitern, zum anderen mit einer möglichst breiten Themenpalette. Ob es die Entlassung von Angestellten ist, die ehemalige NPD-Mitglieder sind, eine Erklärung, die die Mitglieder unterzeichnen müssen, dass man unter anderem nicht in der Identitären Bewegung ist,  oder eine Klage gegen das Compact-Magazin: die AfD räumt gründlich auf. Selbst die Klimawandelskepsis wurde von Mitgliedern der Jungen Alternative infrage gestellt, um der Partei ein möglichst gemäßigtes Bild zu geben. Auf der anderen Seite sind natürlich grade solche bürgerlichen Themen wie der Kampf um den Diesel oder gegen eine mögliche CO2-Steuer Versuche, vom Bild der Anti-Migrationspartei wegzukommen.

Noch bauen Identitäre, Rechte und selbst Nationalisten trotz Selbstverleumdung auf die AfD, weil sie stur auf die Prozentzahlen der Partei schauen. Man müsse erst diesen Schritt gehen, dann würden weitere folgen können. Die AfD würde den Rahmen des Sagbaren erweitern. Wenn es der AfD gelingt, die Asylflut zu stoppen, könnte auch die Migrationsfrage später geklärt werden.

Aber so, wie die AfD von heute der CSU vor 10 – 20 Jahren ähnelt, so wird die AfD in 10 – 20 Jahren der CSU von heute ähneln. Denn wer glaubt, die bereits vor der AfD etablierten Parteien, seien nur vom Kurs abgekommen, der irrt. Das System schreitet progressiv voran und ist immanent-volksfeindlich. Die AfD ist fest im System verankert und hat daher ein großes Interesse daran, revolutionäre Kräfte zu stoppen. Deshalb wird der Rahmen des Sagbaren nicht erweitert werden, sondern weiter zusammengestrichen werden. Niemand in der AfD denkt beispielsweise daran, Meinungsverbote und Gesinnungsparagrafen wie den gefürchteten § 86a abzuschaffen.

Selbst wenn die AfD stärker wäre, als sie heute ist, wird sie nicht in die starke Machtstellung kommen, die sie benötigt, um wirklich entscheidende Änderungen durchzudrücken. Stattdessen trägt sie jedoch konsequent dazu bei, die nationalrevolutionäre Bewegung zu isolieren. Aus diesem Grund ist die AfD für eine nationale und sozialistische Bewegung ein Hemmschuh und kein Hoffnungsschimmer. Es muss der nationalen Opposition daher gelingen, der AfD den treuherzigen deutschen Michel wieder abtrünnig zu machen. Das geht nur, wenn das Bild von „den rechten Parteien“, deren Unterschiede minimal sind, zu sprengen. Wer sich tolerant gegenüber der AfD zeigt, der lässt die AfD als erfolgreichere Alternative im Rahmen der eigenen Weltanschauung erscheinen. Und schaufelt damit der eigenen Bewegung das Grab. Für die nationalrevolutionäre Bewegung – keinen Respekt gegenüber allen Systemparteien!