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Nationale Partei – DER III. WEG

Kampf gegen organisiertes Verbrechen in der Ukraine: Polizei fordert Liste von Mitgliedern jüdischer Gemeinde

22.05.2020 - 05:00

Eine jüdische Gemeinde in der Ukraine erhebt Vorwürfe gegen lokale Polizeibehörden und die Anhängerschaft des Schuldkults sind erschüttert. Auslöser ist ein Brief an den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde des Ortes Kolomea. In diesem wird er aufgefordert, für den „Kampf gegen das organisierte Verbrechen“ alle Mitglieder aufzulisten.

 

Kampf gegen transnationale und ethnische kriminelle Organisationen

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Kolomea, Jakov Zalischiker, behauptet seit Februar, dass man ihn aufgefordert habe, eine Liste seiner Gemeinde anzufertigen mit sämtlichen Namen, Telefonnummern und Adressen von orthodoxen Juden und Studenten „jüdischer Ethnie“.

Der Brief soll von Michailo Bank, dem Leiter der Abteilung für strategische Ermittlungen der ukrainischen Nationalpolizei von Iwano-Frankiwsk, stammen. Begründet wurde diese Informationsanfrage laut Zalischiker mit der Bedeutung dieser Angaben im Kampf gegen „transnationale und ethnische kriminelle Organisationen“. Die lokale Polizei äußert sich bisher nicht zu den Vorwürfen der Juden.

 

Emotionale Erpressung und ein Rechtsstreit

Begriffe wie Holocaust und Geschichtsrevisionismus sind im heutigen Europa beliebt, wenn es um Manipulation oder emotionale Erpressung geht.

Ein gutes Beispiel hierfür ist Eduard Dolinski. Der Direktor des Ukrainisch Jüdischen Komitees unterstellt reflexhaft der ukrainischen Regierung und lokalen Behörden immer wieder Geschichtsrevisionismus. Nun äußerte er sich gegenüber der Jewish Telegraphic Agency (JTA) in Bezug auf die mutmaßlich geforderte Liste der jüdischen Gemeindemitglieder wie folgt: „Das ist eine absolute Schande und offener Antisemitismus. Es ist besonders gefährlich, wenn es von einer Strafverfolgungsbehörde kommt, wenn wir genau das bekämpfen müssen, was sie begehen.“.

Nur wenige Tage später zeigt diese Propaganda und emotionale Erpressung erste Erfolge. Politiker verschiedener Parteien zeigten sich tief bestürzt. Niemand prüfte kritisch die Vorwürfe gegen die Polizei.

Die betroffene jüdische Gemeinde selbst befindet sich übrigens seit 2018 in einem Rechtsstreit mit den lokalen Behörden. Die Stadt hatte drei jüdische Friedhöfe zu Stadtparks ernannt. Ob es zwischen diesem Rechtsstreit und den nur erhobene Anschuldigungen einen Zusammenhang gibt ist unklar.