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Nationale Partei – DER III. WEG

Das Bundesverdienstkreuz kommt aus China

22.10.2020 - 05:00

Bildquelle: Flophila88 / wikipedia

Man stelle sich vor, ein offiziell von der Regierung verliehener Orden, der höchste des Landes um genau zu sein, wird in minderwertiger Qualität in China hergestellt, um die halbe Welt transportiert und dann feierlich übergeben, damit sich der freudige Empfänger ansehen muss, dass dieser unsauber verarbeitet ist oder gar nach wenigen Tagen kaputt geht.

Was sich anhört wie ein schlechter Witz, lässt bei jedem aufrechten Deutschen die Nackenhaare zu Berge stehen. Denn dieser „Witz“ ist die grausige Realität – in der Bundesrepublik Deutschland. Wie die „Berliner Zeitung“ berichtete, wurde das Bundesverdienstkreuz jahrelang in China hergestellt und dies in minderwertiger Qualität. Nun will der Bundespräsident mehr Geld, um das Billigprodukt aus China zu ersetzen.

Auch das Bundespräsidialamt musste im Zuge der laufenden Haushaltsverhandlungen einen Mehrbedarf von 65.000 Euro im Jahr anmelden. Kleinlaut hieß es, dass es Qualitätsprobleme bei Orden und Etuis gegeben habe. Dies erklärte die Ordenskanzlei im Schloss Bellevue in den Erläuterungen zu ihrem Haushaltsplan. Zudem sei durch einen Hinweis bekannt geworden, „dass die Emaillierung der Kreuze des Verdienstordens für alle Ordensstufen in China erfolgt“. Und als wäre dies nicht schon peinlich genug, störte es anscheinend niemanden, dass dies in minderwertiger Qualität geschah.

Wenigstens scheint es nach diesem jahrelangen peinlichen Vorgehen und den offensichtlichen Qualitätsproblemen, als habe man im Bundespräsidialamt den Fehler bemerkt. Dies geschieht leider entschieden zu selten auf den höheren Ebenen der morschen Bundesregierung. Sie schrieben den Lieferauftrag in diesem Jahr neu aus. Leider gab nur die Firma Steinhauer & Lück ein Angebot ab, welche auch der bisherige Lieferant für das Bundesverdienstkreuz war.

Wenigstens verständigte man sich darauf, dass das höchste Abzeichen des Staates, vertraglich verpflichtend, nach sozialen Mindeststandards zu fertigen ist. Was genau dies bedeutet, bleibt abzuwarten. Der Materialwert steigt jedenfalls von geizigen 2,67 Euro auf knapp 25 Euro pro Stück. Die Etuis, in denen die Orden überreicht werden, kommen künftig aus thüringischer Fertigung. Der Preis beträgt 15 Euro pro Stück statt 2,60 Euro. Die Materialkosten steigen also von guten fünf Euro auf 40 Euro. Daß selbst dieser Betrag entschieden zu wenig ist, muss man an dieser Stelle nicht erwähnen.

An diesem Beispiel ist wieder einmal wunderbar die Fratze der Regierung, auf dem brüchigen Boden des Kapitalismus gegründet, zu sehen. Es zählen keine Werte, allein das Geld. Selbst wenn man dafür das höchste Abzeichen des Staates in einer minderwertigen Qualität übergeben muss.