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Nationale Partei – DER III. WEG

White Guilt – die neue Schuld der Weißen

13.07.2020 - 10:00

Am Samstag vergangener Woche hielt der zimbabwesche Vizepräsident Kembo Mohadi im Fernsehen eine bezeichnende Rede. Nach nunmehr 40 Jahren Unabhängigkeit beschuldigt dieser noch immer die ehemaligen Kolonialherren, an der prekären Situation im Lande die Schuld zu tragen.

„Wir haben unsere Unabhängigkeit, aber der weiße Mann hat uns nie das Wissen vermittelt, wie wir unsere Wirtschaft erhalten können.“, meinte Mohadi. Als kleiner Hintergrund sei gesagt, das seit 1922 zur Siedlungskolonie der Briten erklärte Gebiet ist eines der fruchtbarsten auf dem südlichen Teils Afrikas. Das Inkrafttreten der 1930 verabschiedeten Landgesetze behielt zunächst britischen Siedlern den Landbesitz, besonders in den ergiebigsten Regionen, vor. Eine zunehmende Erweichung der Gesetzeslage, gerade auch durch eine am britischen Vorbild orientierte Liberalisierung des Wahlrechts, ermöglichte real aber schon früh Grundbesitz bei der einheimischen Bevölkerung, zumeist mit eingeschränkten Erfolgen. Die zunehmende theoretische Gleichstellung der arbeitenden Einheimischen trotz vorherrschender Apartheid fand ihren Ausdruck auch in der expliziten Erklärung 1945, keine europäischen Flüchtlinge aufzunehmen, wodurch eine Aufstockung der weißen Bevölkerung nicht erfolgen konnte.

Doch diese Vorteile trugen wenig Früchte, noch immer erbrachten die Kolonialisten das Gros des wirtschaftlich nicht unerheblichen Wachstums Zimbabwes auf ihren Ländereien. Seit 1965 zwar keine Kolonie mehr, jedoch noch immer unter britischer Krone geführt, erklärte Zimbabwe schließlich 1980 seine Unabhängigkeit. Der damalige Regierungschef Mugabe verlor keine Zeit und enteignete unter seinem „Neuverteilungsgesetz“ die weißen Landeigentümer zu Gunsten der Einheimischen. Als direkte Folge verlor sich Zimbabwe zusehends in politischer Instabilität, auf welche Mugabe mit einer Autokratisierung reagierte. Das zuvor jedes Jahr stabil um +3,6% Wirtschaftswachstum erzielende Land verlor sich in einer Hyperinflation, die Währung, zuvor stabil in einem 1:1 Kurs zum amerikanischen Dollar, kollabierte. Heutzutage beträgt die Währung nur mehr 1% seiner einstigen Kraft, die ökonomische Depression hat das Land in Hunger, Arbeitslosigkeit, Energieknappheit und Binnenflucht zurückgelassen.

Die Schuld dafür tragen also laut Vizepräsident Mohadi die weißen Siedler. Schließlich haben diese, anstatt teure Schulen und Lehrgänge für die sie Enteignenden zu bezahlen, sie einfach alleine zurück und damit ihrem Schicksal überlassen. Ein typisches Beispiel unserer heutigen Zeit.

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