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Feder und Schwert XLIII – Naturbetrachtungen: Der siebte Sinn der Tiere

15.12.2019 - 05:00

Die letzte Naturbetrachtung unserer Reihe liegt nun schon länger zurück und um diesen Mißstand Abhilfe zu leisten, ist es an der Zeit, uns wieder einmal eben diesen zu widmen. Wir wollen unseren Blick auf ein oder vielmehr mehrere Phänomene bei verschiedenen Tierarten richten, welche wiederum bei einzelnen Individuen stärker ausgeprägt sind als bei ihren Artgenoßen. Die Betrachtung, welche sich mit dem „siebten Sinn der Tiere“ befaßt, erlaubt uns Schlußfolgerungen, welche die Ideologie des Materialismus weiter zermürbt und dem Boden der Rechtfertigung entzieht. Gewählt wurde der Titel dieser Naturbetrachtung in Anlehnung an den deutschen Titel des Buches „Dogs That Know When Their Owners Are Coming Home“ (dt.: Hunde, die wissen, wann ihre Besitzer nach Hause kommen) des britischen Wissenschaftlers Rupert Sheldrake, welcher mit seinen Theorien das pseudowissenschaftliche atheistisch-materialistische „Weltbild“ der Moderne in seinen Grundfesten erschüttert.

Sheldrakes Untersuchungen und Überlegungen weisen darauf hin, daß in der Allschöpfung keineswegs nur materielle Kräfte wirken, sondern das Leben von Grunde auf geistige und transzendente Komponenten aufweist. Sheldrake ist einer der führenden Denker im Bereich der morphischen Felder. Dieser Begriff ist auf die Morphogenese zurückzuführen, was die Entstehung von Formen bedeutet. Jene Morphologie ist eines der Urgeheimnisse des Lebens, welche kein Materialist zu beantworten vermag – wie entsteht aus einem Embryo ein erwachsenes Wesen? Die plump materialistische Antwort „durch Gene“ ist in vollstem Maße ungenügend und darüber hinaus vielmehr eine Beleidigung wider den gesunden Menschenverstand. Jede Zelle hat die gleichen Gene als Grundgerüst und dennoch entstehen Körper aus unterschiedlichen Organen und Gliedmaßen, welche alle eigene Funktionen innehaben. Im Rahmen seiner Arbeit an den morphischen Feldern untersuchte Sheldrake auch intensiv scheinbar paranormale Fähigkeiten von Tieren, welche niemand zu erklären vermag.

Wissenschaftliche Selbstbeschneidung

Es sei sogleich zu Beginn gesagt, daß viele Vermutungen diesbezüglich spekulativ bleiben müßen – nicht zuletzt, da kaum ernsthafte Forschung auf diesem Gebiet bisher betrieben worden ist. Die geistigen Fähigkeiten von Tieren, welche auf eine ausgeprägte Transzendenz hindeuten, wurden im Laufe der Geschichte von nur wenigen Menschen ernst genommen. Wenn es im europäischen Raum Untersuchungen im Bereich der Parapsychologie gegeben hatte, so bezogen sie sich meist auf den Menschen. Heuer wird die Parapsychologie von der Schulwissenschaft in keinster Weise mehr ernst genommen – ein „echter“ Wissenschaftler darf sich mit derartigem „Unfug“ nicht befaßen, sonst gerät er schnell ins akademische Abseits und wird von der „renommierten“ Wissenschaft abgeschrieben. Dieses Phänomen ist in vielerlei Bereichen bekannt. Die Rassenforschung etwa leidet unter ähnlichen Ressentiments.

Doch zurück zu Sheldrakes Untersuchungen, welche er in seinem Buch zusammengetragen hat. Sheldrake trug zuerst etliche Anekdoten von Tiertrainern, Tierärzten und Tierhaltern zusammen. Da diese Art der Forschung, wie bereits erwähnt, nicht ernst genommen wird, mußten es zuerst Anekdoten sein, die jedoch nach genauer Aussonderung und Prüfung statistisch signifikantes Material ergeben hatten. All diese Untersuchungen, welcher weiter unten näher beschrieben werden sollen, ließen nur einen Schluß zu: Tiere verfügen über etwas wie einen siebten Sinn, welcher nicht materiell zu erklären ist (es handelt sich also nicht um Geruchs-, Tast-, Seh-, Hör-, Geschmacks- oder den kinästhetischen Sinn), sondern vielmehr im Bereich der Transzendenz, Vorahnung, Telepathie oder einer Mischform aus diesen spielt. Seine Untersuchungen ergaben darüber hinaus, daß dieser Sinn bei einzelnen Arten und innerhalb dieser bei Individuen unterschiedlich stark ausgeprägt ist.

In seinem Buch untersucht Sheldrake u.a. die folgenden Phänomene:

Die Fähigkeit von Tieren, intuitiv zu erspüren, wann ihre Besitzer nach Hause kommen. Hierzu wurde u.a. eine äußert aussagekräftige Versuchsreihe mit dem Terriermischling Jaytee durchgeführt. Das Ergebnis ist für einen materialistischen Denker äußerst verblüffend: Jaytee war in der Lage – dies wurde durch sein Verhalten deutlich – zu spüren, wenn seine Besitzerin beschloß, sich auf den Nachhauseweg zu machen, selbst wenn sie dies zu ungewöhnlichen Zeiten mit ungewöhnlichen Fortbewegungsmitteln tat, welche dem Hund nicht bekannt sein konnten. Sheldrake sammelte noch mehrere solcher Berichte von anderen Tieren, jedoch war Jaytees Fall der am besten untersuchte – es wurde im Übrigen auch ein Kontrollexperiment von Skeptikern mit dem gleichen Ergebnis durchgeführt.

Gespür für aufkommende Gefahren

Ein anderes Phänomen ist die Fähigkeit mancher Tiere, aufkommende Gefahren vor jedweden materiell sinnlich wahrnehmbaren Hinweisen zu bemerken. Am eindrucksvollsten sind die durch etliche vertrauenswürdige Personen bestätigten Geschichten von Hunden und Katzen, v.a. von Hunden, in einem Fall jedoch auch von einem Papagei, die zur Zeit des 2. Weltkrieges vor dem Auslösen des Luftalarms das Anfliegen feindlicher Bomber bemerkt und die Menschen um sie herum durch eindeutiges Verhalten gewarnt hatten. Es wäre für die Tiere unmöglich gewesen, die Bomber etwa vor den Menschen zu hören oder zu riechen. Besonders markant wird dies durch Begebenheiten, bei denen die Tiere auf falschen Sirenenalarm nicht reagierten, manchmal aber auch korrekt Angriffe vorhersagten, bei denen aufgrund mangelnder Aufklärung kein Alarm gegeben worden war. Ein weiteres Phänomen in dieser Hinsicht ist das aufgeregte Verhalten von Tieren vor Erdbeben, welches viele von ihnen zur Flucht veranlaßt, lange bevor der Mensch die Gefahr erkennt. Diese Vorahnung wird schon von antiken Schriftstellern beschrieben.

Als weiteres Phänomen untersucht Sheldrake die Fähigkeit von Tieren, mit ihren geliebten Haltern telepathisch in Kontakt zu treten. Hierbei beschreibt er Fälle, bei denen ein Tier erkennt, daß der Halter in Gefahr ist und durch sein aufgeregtes Verhalten schon manchem das Leben gerettet hat. Eindrucksvoll sind hierbei Tiere, welche epileptische Anfälle ihrer Halter vorhersehen und diese durch ihr Verhalten warnen. Die Einwände, daß das Tier physiologische Veränderungen beim Menschen wahrnimmt und deshalb reagiert, werden dadurch entkräftet, daß es den Tieren sogar bei räumlicher Trennung gelingt, einen bevorstehenden Anfall zu registrieren. Bei einem umgekehrten Fall gelingt es manchen Tieren, die sich verlaufen haben oder selbst in Gefahr sind, ihren Halter instinktiv an den Ort des Geschehens zu lenken, ohne daß dieser zwingend ersichtlich oder naheliegend für den Halter ist.

Das Gedächtnis der Natur

Sheldrake beschreibt noch viele weitere Phänomene, die allesamt aufzuzählen zu weit führen würde. Sheldrake liefert als Erklärung die Theorie der morphischen Felder. Genauer beschrieben und weiterentwickelt hat er diese Theorie in seinen Werken Das schöpferische Universum und Das Gedächtnis der Natur. Wenn es auch den Leser nicht befriedigen wird, muß an dieser Stelle doch auf die Werke Sheldrakes verwiesen werden, um die revolutionäre Annahme der morphischen Felder tatsächlich gänzlich faßen zu können. Eine Abhandlung über die Theorie der morphischen Felder muß für sich allein stehen – sie hier mit wenigen Sätzen einfügen zu wollen, scheitert an eben jener Knappheit. Grob gesagt handelt es sich bei den morphischen um nichtmaterielle Felder, die in sich wiederum morphogenetische Felder vereinen. Diese morphogenetischen Felder haben ein eigenes Gedächtnis und entwickeln sich. Durch diese Felder kann zwischen einzelnen Lebewesen, aber auch bei ganzen Völkern eine Verbundenheit entstehen, welche über die uns bekannten Sinne hinausgeht. Hierdurch entsteht nach Sheldrake auch das, was wir Ahnenwissen nennen, welches in unserem Blut steckt und nicht erlernt wird. Am besten versteht man die Felder, wenn man sie sich als ein großes System mit vielen Subsystemen vorstellt.

Hier von Bedeutung ist das Verständnis, welches der Mensch vom Tier hat und wie sich dieses im Laufe der Zeit wandeln wird und wandeln muß, wenn er dem Tier in seiner Ganzheit gerecht werden will. Sheldrake weist korrekt darauf hin, daß jene Fähigkeiten, wie wir sie bei vielen Tieren beobachten können, dem modernen Massenmenschen weitestgehend abhanden gekommen sind. Neben technischer Entwicklungen und einem immer stärker um sich greifenden Atheismus führt Sheldrake als weiteren potentiellen Grund für diesen Verlust die Entstehung der Sprache an, welche telepathische Fähigkeiten zunehmend in den Hintergrund gedrängt haben könnte. Wenn man sich dieser Fähigkeiten jedoch bewußt wird, deren Existenz auf redliche Weise nicht zu leugnen ist, muß die Ideologie des atheistischen Materialismus fallen gelaßen werden. Hören wir hierzu Sheldrake selbst:

„Die Phänomene, die ich in diesem Buch vorgestellt habe, legen die Vermutung nahe, daß unsere Absichten, Wünsche und Ängste nicht nur auf unseren Kopf beschränkt sind oder ausschließlich durch Worte und Verhalten kommuniziert werden. Wir können über Entfernungen hinweg Tiere beeinflussen und auf andere Menschen einwirken. Wir bleiben mit Tieren und Menschen, denen wir «nahestehen», wechselseitig verbunden – selbst wenn sie weit von uns entfernt sind. […] Und wir können von Dingen, die erst geschehen werden, auf eine Weise beeinflußt werden, die im Widerspruch zu unseren üblichen Vorstellungen von Kausalität steht. Wir befinden uns an der Schwelle eines neuen Verständnisses der Beschaffenheit des Geistes.“

Rupert Sheldrake, Der siebte Sinn der Tiere, Fischer Taschenbuch, 6. Auflage 2018, ISBN: 978-3-596-17496-6

Feder und Schwert ist die Kolumne der Netzseite der nationalrevolutionären Partei Der III. Weg. Sie erscheint in regelmäßigen Abständen.

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