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„Keine Kapitulation!“ 30.000 Nationalisten in Kiew auf der Straße

18.10.2019 - 05:02

Auch im Jahr 2019 nahm eine Abordnung unserer nationalrevolutionären Partei an dem sogenannten „Marsch der Nation“ in Kiew am 14. Oktober teil. Im Jahr 2019 stand die Demonstration, die traditionell am Gründungstag der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) stattfindet ganz im Zeichen der aktuellen politischen Situation und demnach unter dem Motto „Keine Kapitulation!“. Nach Angaben der Veranstalter gingen über 30.000 Nationalisten in der Hauptstadt auf die Straße, um gegen die Anerkennung der abtrünnigen Gebiete im Osten der Ukraine zu demonstrieren.

 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zieht mit der geplanten Umsetzung der sogenannten „Steinmeier Formel“, welche einen zeitweiligen Sonderstatus der umkämpften Gebiete im Osten des Landes und weitreichende Autonomie und einen Truppenabzug vorsieht, den Zorn seiner Landsleute auf sich. Der Name rührt vom ehemaligen bundesdeutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier her, da dieser den Etappenplan zur Umsetzung des sogenannten „Minsker Abkommens“ erstellte. Das Abkommen ist in den Augen der ukrainischen Nationalisten schlichtweg eine Kapitulation.

Am 14. Oktober 2019 gab es in Kiew zwei Großdemonstrationen nationalistischer Parteien. Unsere Reisegruppe reihte sich auf der größeren der beiden Demonstrationen unter der Schirmherrschaft des „Nationalen Korps“ mit ein. Die Aufnahme in den Block der Demonstranten des “Nationalen Korps” war sehr freundlich. Das mitgebrachte Material unserer nationalrevolutionären Partei fand viele Interessenten unter den ukrainischen Nationalisten. Unter starkem Applaus der Einwohner Kiews zogen die zahlreichen Teilnehmer kraftvoll zum zentralen Maidan-Platz. Auf den beiden Demonstrationen konnte man neben zahlreichen ukrainischen Flaggen, den Symbolen verschiedener nationalistischer Parteien und Gruppierungen sowie paramilitärischer Verbände, welche teilweise uniformiert an der Versammlung teilnahmen, auch zwei EU-Fahnen, sowie eine NATO- und eine USA-Fahne entdecken. Sollten diejenigen, welche diese Fahnen mit sich führten tatsächlich denken, dass von der EU, den USA bzw. der NATO eine konstruktive Hilfe zugunsten eines freien ukrainischen Nationalstaates zu erwarten wäre, so werden diese wohl bitter enttäuscht werden.

Vorderer Teil der Demonstration

Aktivisten unserer Partei mittendrin

Betont wurde in den Reden auf der Demonstration, dass zwar der Frieden gewollt ist, jedoch nicht um den Preis der bedingungslosen Kapitulation. Das Steinmeier-Abkommen ist ein Dolchstoß in den Rücken der kämpfenden Truppen im Osten des Landes. Gerade auch die vielen Veteranen des noch immer andauernden Krieges und die Angehörigen von Gefallenen empfinden die Steinmeier-Formel als Verrat. Ebenso besteht die Angst, dass die Seperatisten im Osten des Landes sich nicht an die Vereinbarungen halten und mit ihren Truppen weiter vorrücken. Per Videobotschaft, welche auf eine riesige Leinwand übertragen wurde, sprachen Soldaten von der Front im Osten des Landes zu den Teilnehmern.

Die Demonstration trifft auf dem Maidan ein.

 

Blick auf die Abschlusskundgebung im Herz der ukrainischen Hauptstadt

Die zentralen Forderungen, welche die Demonstranten an Präsidenten Selenskyj richten lauten:

  1. Die Einführung eines Sonderstatus für die Gebiete Donezk und Luhansk zu verhindern.
  2. Keine Amnestie für die Kämpfer der Milizen der Volksrepublik Donezk und der Volksrepublik Luhansk einzuführen.
  3. Kein Truppenabzug ukrainischer Truppen von der Frontlinie.
  4. Verbot von paramilitärischen prorussischen Milizen auf den Gebieten von Donezk und Luhansk.
  5. Verbot von eigenständigen Wahlen in den abtrünnigen Gebieten bis diese wieder unter Kontrolle des ukrainischen Staates stehen.

Die Demonstranten setzten der ukrainischen Regierung eine Frist von 10 Tagen, um ihre Forderungen umzusetzen.

Nach der Kundgebung auf dem Maidan löste sich die Menge auf und setzte sich in Richtung des Präsidentenpalastes in Bewegung. Die Polizeikräfte, welche normalerweise das Gebäude sichern, zogen sich zurück und die aufgebrachte Menge trug direkt vor dem Palast erneut ihre Forderungen vor.

Demonstranten vor dem Präsidentenpalast

Nach wenigen Minuten war fast jeder erreichbare Fleck des prunkvollen Gebäudes übersäht mit Bildern im Osten der Ukraine gefallener Soldaten und Aufklebern mit Slogans wie „Keine Kapitulation“, „Vereinte Ukraine“, „Putin ist ein Terrorist“, „Russland ist ein Feind“ und „Vereinte Nation gegen Kapitulation“.

Die Wände des Regierungsgebäudes wurden binnen kürzester Zeit plakatiert mit Forderungen und Bildern Gefallener

Ob die ukrainische Regierung das Ultimatum zur Umsetzung der oben genannten Forderungen, welches von nationalistischen Parteien, Veteranenverbänden und Aktivisten unterschiedlicher Organisationen am 16. Oktober 2019 offiziell verabschiedet wurde, auf gesetzlicher Ebene erfüllen wird, bleibt abzuwarten. Das ukrainische Volk hat bereits in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass es bereit ist, für seine Ideale zu kämpfen.

Mehr Fotos von der Demonstration gibt es HIER

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