Der Klimawandel – ein starkes Narrativ
Nach dem Diskussionsbeitrag für eine radikale nationalistische Umweltschutzpolitik (siehe hier) veröffentlichen wir hiermit einen weiteren Diskussionsbeitrag zur aktuellen Klimadebatte. Die Meinung des Autors muss nicht zwingend auch die der gesamten Partei sein.
Fridays for Future, CO2-Steuer, Greta Thunberg, Energiewende – das Thema Klimawandel hat es in kürzester Zeit zum zentralen politischen Thema gebracht. Es wird mit erbitterter Härte an verfahrener Front zwischen Klimaschützern und Klimaskeptikern gefochten. Wie konnte ein Thema, das lange Zeit eher Randnotiz war, quasi ohne expliziten Anlass so plötzlich in den Mittelpunkt drängen? Welchen Einfluss nimmt das Thema auf die gesamtpolitische Lage und welche Auswirkungen hat es auf das nationale Lager? Wie könnte die Entwicklung weitergehen? Diese Fragen sollen im vorliegenden Artikel erörtert werden.
1,4 Millionen Demonstranten stellen die bisherige Rekordzahl der Fridays for Future Demonstrationen in der BRD dar. In der BRÖ ein ähnliches Bild. Auch in Italien waren eine Woche nach dem sogenannten „globalen Klimastreik“ eine Million Menschen auf der Straße. Nahezu in der gesamten westlichen Welt bietet sich ein ähnliches Bild: gigantische Teilnehmerzahlen, darunter überwiegend Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Die kometenhafte Entwicklung der „Fridays for Future“ Bewegung seit ihrer Gründung durch die autistische Schülerin Greta Thunberg im August 2018 lässt sich nicht mehr allein mit mangelndem Schulfleiß einiger Schüler erklären. Innerhalb von nicht einmal einem Jahr ist eine Bewegung entstanden, die in ihrer Massenmobilisierung der Traum einer jeden Kampagne, ob nun „links“ oder „rechts“ wäre.
Wir leben in einer Zeit, in der die Armut zwar nicht vollkommen aus der westlichen Welt verschwunden ist, aber doch eine Wohlstandsgesellschaft entstanden ist. Mit dem flächendeckenden Zusammenbruch der kommunistischen Systeme hat auch das Narrativ von der zwangsläufigen Entstehung eines völlig verarmten Lumpenproletariats im Kapitalismus beträchtlichen Schaden erlitten. Die klassische Linke konnte ihre Erfolge mit der Erzählung vom Kampf gegen globale Armut und Ausbeutung erzielen. Heute wächst eine Generation heran, die Hunger und Kälte häufig nur noch aus Erzählungen kennt. Es ist ein allgemeines Absinken der Leistungsmoral zu beobachten, da viele junge Menschen Existenzängste kaum noch kennen. Doch in vielen jungen Herzen brennt die Frage nach dem Wohin, die Frage, welches Ziel man heute noch erkämpfen soll. Die schnöde Konsumfreiheit, die schrankenlose Individualität hat auch für eine unterbewusste innere Leere gesorgt.
Das Topos unser Zeit ist dabei offensichtlich: Die weiße Weltbevölkerung ist akut vom Aussterben bedroht durch ein System, das Schritt für Schritt auf dieses Ergebnis hinarbeitet. Noch sechs Prozent weiße Menschen auf diesem Planeten, zwei Prozent blonde Menschen und zehn Prozent blauäugiger Menschen sind ein erschreckendes Alarmsignal. Mit der unbegrenzten und immer unverhohlener geforderten Einwanderung aus Afrika und Asien scheint die nächste Stufe unmittelbar bevorzustehen. War ursprünglich noch von „Flucht“ die Rede, die nicht mit Migration gleichgesetzt werden sollte, steht eine etwaige Rückkehr gar nicht mehr zur Debatte. Heute wird von den Systempolitikern nur noch erörtert, wann man woher die nächste Charge Ausländer auftreiben will.
Mit der Realisierung der Asylflut 2015 begann sich ein weltanschaulich in den Kinderschuhen steckender Widerstand zu regen, dessen Symbole AfD, Pegida oder auch Donald Trump hießen. Auf den sogenannten „Rechtsruck“ folgte eine Reaktion, die eben nur Reaktion bleiben konnte, weil ihr jede eigene positive Erzählung, die Aussicht auf eine Veränderung, einen entscheidenden Kampf fehlte. „Pulse of Europe“ und Volt-Partei konnten nie eine wirklich fesselnde Erzählung aufbieten. Auch wenn man manchmal den Eindruck gewinnt, Geschichte wäre eine vorbestimmte, beinahe berechenbare Entwicklung, lässt sie sich gleich einem Theaterstück, das dem Zuschauer noch unbekannt ist, nicht voraussagen. Manches schlechte Stück nimmt den berechenbaren Ausgang, dass die klar abgesteckte gute über die schlechte Seite siegt. Aber spannende Stücke nehmen Ausgänge, die vollkommen überraschend sind, weil gut und böse nicht so einfach zu definieren sind und völlig unerwartete Ereignisse eintreten. Auch in der realen Welt gibt es Entwicklungen, die wir nicht vorhersehen können. Vielleicht wendet sich das Blatt und die weißen Völker erkennen, dass auch sie Akteure in einem Spiel sind, das es zu gewinnen gilt. Die Feinde der nationalrevolutionären Bewegungen fürchten zu Recht den Sieg einer naheliegenden Idee.
Mit dem Kampf gegen den Klimawandel ist ein Narrativ aufgetaucht, das dem Ringen von „Rechtsruck“ und Reaktion auf den Rechtsruck die Schau gestohlen hat. Die Erzählung ist wirkmächtig und stellt Menschen eine Aufgabe, die sie lange vergeblich gesucht haben. Die ganze Menschheit und nebenbei noch Flora und Fauna wären in ihrer Gesamtheit vom Aussterben bedroht. Einen direkten Feind gibt es nicht, allenfalls „die Regierung“, und gefragt ist ein schnelles Handeln von jedem Einzelnen – und zwar sofort. Würden die Regierungen nur die richtigen Maßnahmen ergreifen, könnte der Klimawandel gestoppt werden. Da die Gegner des Klimawandel sich als Verfechter unbestreitbarer, wissenschaftlich belegter Wahrheiten wähnen, scheint die Wende nur eine Frage der Zeit zu sein. Auf den „Kampf gegen den Klimawandel“-Zug, geführt von seiner 16-jährigen Lokführerin Greta Thunberg sind schon viele aufgesprungen, in der ersten Klasse sitzen natürlich die Grünen, die Zuwächse in Wahlergebnissen und Mitgliederzahlen haben, gefolgt von diversen antideutschen außerparlamentarischen Fraktionen. In der zweiten Klasse sitzen die Genossen von der SPD, die am liebsten auch gegen „die Regierung“ kämpfen würden, aber blöderweise an selbiger beteiligt sind. In der Holzklasse folgt die CDU und übrige unter Führung von Angela Merkel, die zwar auf die Bremse drücken beim Thema Reformen, sich aber zumindest über die „politische Jugend“ freuen.
Das politisch „rechte“ Lager hingegen hat das Spiel aufgegriffen und sich in eine Rolle als Miesepeter im „Kampf gegen den Klimawandel“ eingefügt. Für Kohle, Atomkraft und Dieselmotor – gegen Wind- und Solarenergie und E-Auto. Inhaltlich durchaus fundiert, aber bar jeder offensiven Vision ist die „Rechte“ hier von der treibenden Kraft des Zeitgeschehens, unbemerkt in die Position einer ohnmächtigen Reaktion gerückt. Man könnte sich theoretisch durchaus dem Kampf gegen den Klimawandel anschließen. Denn wenn die Geschichte wahr ist, dann führt der Klimawandel möglicherweise auch zum Volkstod und erzeugt tatsächlich Fluchtursachen. Es gibt Überlegungen, für eine radikale nationalrevolutionäre Umweltschutzpolitik (siehe hier). Realistisch betrachtet gleicht das aber einem Kampf gegen Windmühlen, denn Klimawandelskepsis bis Leugnung ist auch für die meisten Nationalisten eine tiefe Überzeugung geworden.
Alternativ kann auch der eingeschlagene Kurs fortgeführt werden, immer wieder kann Kritik an Windrädern geäußert werden, auf mangelnde Netzkapazitäten und Speichermöglichkeiten hingewiesen werden und die berechtigte Frage gestellt werden, warum ideologisch denkende Minderjährige erfahrenen Politikern und Vorsitzenden von großen Dax-Konzernen anstandslos kommende Schritte diktieren sollten. Niemand kann abschätzen, wohin eine hastig durchgezogene Energiewende führt und ob nicht irreparable Schäden für die deutsche Industrie entstehen können. Zumindest die AfD kann hier punkten und Wirtschaftsliberale, Arbeiter, deren Arbeitsplatz bedroht ist, oder Menschen, die wissen, dass unser Wohlstand nicht aus dem Nichts kommt, gewinnen.
Am sinnvollsten wäre es, das Thema zu ignorieren, wie die Sendungen im unglaublich platten und witzlosen Abendprogramm der Systemmedien. Entscheidend für eine Positionierung als Bewegung wäre das Wissen um die Wahrheit. Beide Seiten liefern ausführliche und vorgeblich wissenschaftliche Begründungen für ihre Sichtweisen und letztlich steht der Einzelne vor einer Glaubensfrage. Die weltanschauliche Einbindung des Kampfes gegen den Klimawandel in den Kampf gegen Kapitalismus aus nationalrevolutionärer Sicht kann niemals konsensfähig werden. Die Verteidigung von Kohle und Diesel kann die, für eine Bewegung wichtige, Jugend nicht begeistern. Stattdessen sollte unbeirrt und konsequent der Kampf um das eigene, genuin nationale Thema in den Vordergrund gerückt werden. Der Kampf gegen den Volkstod.
Setzen sich die Klimawandel-Jünger durch, berührt das die Volkstod-Thematik wenig. Haben sie recht, bleiben bestenfalls die Bewohner von überschwemmten Gebieten und verdorrten Regionen in ihren Heimatländern. Realistischer ist jedoch ein Fortgang des Migrationsdrucks. Vielleicht führt ein Erfolg der Klimawandelgegner auch zu politischen Maßnahmen, die die deutsche Wirtschaft ruinieren und in eine tiefe Krise stürzen. In dem Fall stehen grüne Politiker als Sündenböcke fest. Für Bürger, die sich heute noch in vornehmer Zurückhaltung üben, aus Angst um ihren Wohlstand, wäre der Weg in eine revolutionäre Bewegung frei, weil es nichts mehr zu verlieren gibt. Vielleicht fürchten grade CDU-Politiker bereits jetzt diese mögliche Entwicklung. Vielleicht gibt es den Klimawandel, zumindest in der menschengemachten Variante, aber auch gar nicht.
Dann könnte die FFF-Bewegung eben so schnell wieder verschwinden, wie sie erschienen ist, wenn die befürchteten apokalyptischen Szenarien ausbleiben. Schlimmstenfalls gibt es den Klimawandel in seinen am dunkelsten gemalten Bildern. Denn dann dürfte die populistische Forderung nach einem Politikwechsel eben nicht ausreichen, weil vor allem eine grundlegende Veränderung des Konsumverhaltens nötig wäre, und global gesehen es eher in die falsche Richtung geht. Denn der wachsende Wohlstand in den Schwellenländern und selbst in der Dritten Welt führt hier zu einem tiefer werdenden ökologischem Fußabdruck. Hinzu kommt noch eine rapide wachsende Weltbevölkerung, die dafür sorgt, dass die Bedeutung des theoretischen Kampfes gegen den Klimawandel weiter abnehmen würde. In China, Afrika, Arabien oder auch Südamerika und Indien ist dieser globale Kampf eben nicht so populär.