Israels Bildungsminister beklagt Mischehen
In einer Sitzung des israelischen Kabinetts behauptete kürzlich der israelische Bildungsminister Rafi Peretz die Häufigkeit der Mischehen unter amerikanischen Juden seien „… wie ein zweiter Holocaust…“. Zudem meinte er, dass die Juden durch Mischehen in den letzten 70 Jahren 6 Millionen Angehörige verloren hätten. Kontext der Äußerungen war die Vorstellung des jährlichen Berichts des Jewish People Policy Institute zur weltweiten Situation des jüdischen Volkes.
Laut dem Bericht sind 58% der nicht-orthodoxen amerikanischen Juden mit Nicht-Juden verheiratet. Orthodoxe Juden in den USA hingegen sind fast ausschließlich mit Juden verheiratet. Der Bericht bezieht sich dabei allerdings wohl auf Studien über Ehen religiös definierter Juden und nicht auf Ehen von ethnischen Juden. Traditionell gilt aber unter Juden derjenige als Jude, dessen Mutter Jüdin ist, auch dann, wenn die Religion nicht praktiziert wird. Die Juden sehen sich also selbst nicht, wie oft behauptet wird, als ausschließlich religiös definierte Gruppe, sondern definieren ihre Identität auch biologisch. Die tatsächliche Zahl der Mischehen wird hier also wahrscheinlich überschätzt.
Nicht-orthodoxe Jüdinnen in den USA hatten, laut dem Bericht, im Mittel 1,4 Abkömmlinge und orthodoxe Jüdinnen mehr als 5 Abkömmlinge. Damit stieg die Zahl der Juden weltweit an und die Zahl der Juden in den Vereinigten Staaten blieb stabil. Ihre Assimilation und das Aufgehen im „Melting Pot“ der USA stößt Zionisten und verschiedenen jüdischen Führern dennoch bitter auf. Dass insbesondere unter den Befürwortern von ethnischer und kultureller Mischung zahlreiche Juden sind, wie in Deutschland etwa Anette Kahane, der der Osten Deutschlands immer noch zu weiß ist, wird dabei in der Kritik stets ausgelassen.