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Nationale Partei – DER III. WEG

Christchurch und die nützlichen Idioten

06.04.2019 - 04:00

Wann immer irgendwo ein Amoklauf oder Terrorakt stattfindet, wird im Nachgang heftigst über die Rolle der Medien bei solchen Ereignissen diskutiert. Die Täter würden Aufmerksamkeit wollen und die Medien würden ihnen diese geben, sie gar auf eine verdrehte Weise zu Helden stilisieren, und damit zur Nachahmung verführen, so der Vorwurf.

Der Anschlag auf eine Moschee im neuseeländischen Christchurch ist hier keine Ausnahme, besonders, da der Täter selbst seine Tat medial aufbereitete und dazu aufrief, diese zu verbreiten. Einige Medienvertreter wollten ihm dies verweigern und schlugen beispielsweise vor, den Namen und das Bild des Täters sowie die in seinem Manifest niedergeschriebenen Thesen nicht zu verbreiten. Da das erklärte Ziel des Attentäters das Heraufbeschwören eines Bürgerkrieges war, solle man auch alles vermeiden, was Differenzen zwischen Weißen und Moslems hervorhebt und ein „Wir gegen sie“ heraufbeschwört.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Mitnichten. In Wirklichkeit folgen sie aufs Wort dem Skript, das der Attentäter für sie vorbereitet hat. Sie sind seine nützlichen Idioten, die sich dabei auch noch ach so schlau vorkommen. Oberflächlich mag es dem Attentäter darum gegangen sein, den Konflikt zwischen Moslems und Christen/Europäern zu schüren. Es liegt nahe, dass er hoffte, es würde zu Racheakten kommen, welche schlussendlich zu einer Spirale der Gewalt führen würden, an deren Ende der offene Bürgerkrieg steht. Was bis jetzt doch scheinbar noch niemand in Betracht gezogen hat, ist, dass es ihm nicht nur um die Reaktion der Moslems, sondern auch um die der Medien ging, nicht aber im Bezug zu seiner eigenen Person, sondern was die Referenzen angeht, die er überall ausstreute.

Alles an dieser Tat, wie sie aufgezogen wurde, das Manifest des Täters und selbst noch sein Verhalten vor dem Richter, triefen vor Referenzen und Memes, die unmissverständlich auf die politisch extrem unterschiedliche Netzkultur zeigen. Die Medien interpretieren dies, als wolle er sagen, „ich bin einer von euch“, aber vielleicht war diese Botschaft nicht für das Internet, sondern für die Presse bestimmt. So erwähnte er beispielsweise den bekannten Youtuber, PewDiePie, der durch seinen politisch inkorrekten Humor seit Jahren ein Dorn im Auge des Mainstreams ist. Wie gut trainierte Hunde sind die Presseschreiber auf aller Welt auf den Namen angesprungen, ans Werk gegangen und haben etliche Artikel produziert, in denen sie PewDiePie für Christchurch verantwortlich machen. Neben PewDiePie findet selbstverständlich alles und jeder Erwähnung, der auch nur im entferntesten im Netz oder der realen Welt gegen den Mainstream läuft. Männerrechtsaktivisten, MGTOW, Incels, Gamergate, die IB ,4chan und 8chan sowie selbstverständlich die AfD und Trump, sie alle haben als Teil des Netzwerkes des Hasses praktisch mitgeschossen.

Neuseelands größte Buchhandelskette Whitcoulls nahm sogar für einige Zeit die Bücher des kanadischen Psychologie-Professors und Autors Jordan B. Peterson aus dem Handel. Peterson erfreut sich großer Beliebtheit in mainstreamkritischen Kreisen, ist aber sehr deutlich in seiner Kritik der radikalen Rechten wie auch der Linken. Allein Letzteres genügte schon, auch ihn zumindest temporär auf die Liste der Verdächtigen zu setzen. Die wenigsten der hier genannten Gruppen und Strömungen sind ausdrücklich politisch rechts zu verordnen. Noch nicht zumindest und genau diese politische Verschiebung voranzutreiben, könnte das Ziel des Täters gewesen sein. Der Bürgerkrieg, von dem er sprach, war vielleicht nicht der zwischen Moslems und Europäern, sondern der innerhalb der weißen Völker.

Indem die Medien und das Establishment jetzt auf die Genannten einschlagen und ihnen eine Schuld zuschieben, die sie nicht haben, wird es eines geradezu in deren Köpfe hämmern: Das System sieht uns als Feind. Es ist nicht an einem zivilisierten und ehrlichen Diskurs interessiert. Es verfügt über die Macht, uns von diesem auszuschließen und uns bis in die reale Welt zu verfolgen. Wir dagegen verfügen über praktisch keinerlei relevante Macht und die Orte, seien es nur virtuelle, an denen wir uns offen austauschen können, wird man noch versuchen uns zu nehmen. Es gibt kein besseres Mittel, um aus moderaten Systemkritikern radikale Revolutionäre zu machen, denn was bleibt diesen Menschen denn anderes, als die Flucht ins Extreme?

Wer einzelne politische Praktiken kritisiert und dafür die ganze Macht des Systems zu spüren bekommt, muss früher oder später zu dem Schluss kommen, dass das System an sich das Problem ist. Genauso wie jeder, dem man jeden Dialog und alle demokratischen Mittel verweigert, um seine Probleme zu lösen, diese irgendwann mit anderen Mitteln lösen wird. Die Geschichte ist voller Beispiele, wie Derartiges endete und man muss sich wirklich fragen, wie arrogant das System sein muss, um zu glauben, dass es irgendein anderes Ende finden wird, als die unzähligen Tyrannen vor ihm.

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