Feder und Schwert XXIX – Vaterländer ohne Väter
Es steht fest, daß der Mensch ein Wurzelwesen ist. Dies bedeutet, daß er Wurzeln hat, die ihn mit etwas verbinden, was ihm gleich einem Baume Stand gibt. Diese Wurzeln sind mannigfaltig und nicht immer vermögen wir ihre Tragkraft einzuschätzen. Eine der stärksten Wurzeln, von welchen wir wissen, bildet zweifelsohne die Verbundenheit eines Mannes zu seinem Vaterland. Die Liebe zur eigenen Scholle und damit verbunden die Bereitschaft, sich für diese zu opfern, ist ein uralter Gegenstand menschlicher Erzählungen und Überlieferungen.
So, wie der moderne Mensch in vielen Dingen verwirrt ist, und so, wie er die Verbundenheit zu seinem eigentlichem Wesen und damit die Zusammenhänge seines Seins verloren hat, so kann er auch mit dem Begriff des Vaterlandes nur noch in den seltensten Fällen etwas anfangen. Oftmals ist es ihm ein verstaubter Begriff vergangener Zeiten, welcher etwas zutiefst Anrüchiges in sich trägt.
Ein wesentlicher Grund hierfür liegt in dem ihm anerzogenen Hass des Eigenen, mit welchem er schon von klein auf konfrontiert wird. Ein anderer Grund, welcher bisher weniger Beachtung gefunden hat, liegt in der zunehmenden Entväterung der Familien.
Seitdem die Ehe in ihrer kinderzeugenden und Geschlechtspartner bindenden Funktion faktisch aufgelöst wurde und die Möglichkeit einer grundlosen Scheidung gegeben ist, nimmt die Zahl alleinerziehender Mütter und der damit verbundenen Übel dramatisch zu. Die statistische Feststellung, daß die Zahl der Ehescheidungen rückläufig ist, ist eine oberflächliche Täuschung der Lage, da die Zahl der Eheschließungen überhaupt abnimmt. In keinster Weise in Betracht gezogen werden bei der Betrachtung ehelicher Statistiken natürlich die Familien, deren Partner in keinem gesetzlichen Verbund stehen. Insofern ist die Problematik der alleinerziehenden Mütter ein solches, welches in Zusammenhang mit der Auflösung der Ehe betrachtet werden muß, allerdings auch und gerade in Zusammenhang mit der vollkommen entfesselten Sexualität der Frauen.
Der modernen Frau wird eingeredet – und diesen Glauben nehmen viele von ihnen bereitwillig auf – daß sie dem Manne gleich ist. Dies geht zurück bis zum Frauenwahlrecht. Doch sie ist mittlerweile nicht nur gleich, sondern gleicher. Aus unzähligen Emanzenmäulern dringt der Ruf „giftiger Männlichkeit“ und „tyrannischen Patriarchats“. Die Frau wird zur Retterin der Menschheit stilisiert – gab es je eine größere Torheit unter den vielen Torheiten, welche die Menschheit hervorgebracht hat? In ihrem falschen Glauben, alles tun zu können, durch ihre ihr eigene Art, ein Minimum an Eigenverantwortung aufzuweisen, und durch die absolute Unterstützung durch Sozialstaat und Familiengerichte gesichert, stößt die moderne Mutter einen Mann von sich, wie man einen Kartenturm umbläst. Das Ergebnis ist die alleinerziehende Mutter. Die Nachteile und Entwicklungsprobleme für Kinder mit alleinerziehenden Müttern sind wohl belegt und brauchen keines weiteren Nachweises. Der Mann, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, sein Vaterland aus den Klauen der Dekadenz und Degeneration zu befreien, muß sich jedoch Folgendes bewußt machen.
Ein Kind – und gerade ein Junge – braucht seinen Vater. Sein Vater ist sein Beschützer – in körperlicher wie seelischer Hinsicht. Sein Vater ist dem Jungen das große Vorbild für sein späteres Leben. An ihm erkennt er den wahren Wert der Männlichkeit. Ein Junge, der keinen Vater hat, wird schnell zum Spielball egalitaristischer Propaganda in jeglicher Form. Da Frauen aufgrund ihres emotional-impulsiven Wesens ebenso schnell zu Opfern tränenreicher Propaganda werden – eines der besten Beispiele unserer Tage sind die jungen Männer, welche als „Flüchtlinge“ tituliert werden – ist ein Junge mit alleinerziehender Mutter dem Wahnsinn der nihilistischen Moderne fast schutzlos ausgeliefert. Wenn man sich die Fälle von Kindern betrachtet, welche teilweise schon vor der Pubertät im Rahmen grotesker Genderpropaganda auf das andere Geschlecht getrimmt werden, dann steht dahinter meist eine alleinerziehende Mutter oder ein lesbisches Paar. Ist ein Vater zugegen, welcher sich gegen diese Kindervergewaltigung entgegenstellt, dann wird dieser, wie kürzlich in Kanada geschehen, von einem Gericht zum Schweigen gebracht.
Der heutige Vater ist eine unglückselige Gestalt, über welcher zu jeder Zeit das Damoklesschwert der Scheidung oder Trennung schwebt, gegen welches er keinerlei Macht hat. Will sich seine Frau von ihm trennen, wird sie es tun. Nichts kann sie davon abhalten. Wird sie es tun, werden die Familiengerichte in den allermeisten Fällen hinter ihr stehen. Sie wird einen beträchtlichen Teil des väterlichen Besitzes ergreifen, welcher mit Unterhaltszahlungen gegeißelt wird. Seine Kinder darf er, wenn er Glück hat, an den Wochenenden besuchen. Der Vater wird zum Auswärtigen, welcher mit der Familie, wenn überhaupt, nur noch am Rande zu tun hat. Nicht selten werden die Kinder von der Mutter gegen ihn ausgespielt. Anstatt ein standhafter Beschützer und Ernährer der Familie zu sein, wird er zum „säumigen“ Unterhaltszahler, welcher sich ja „nie“ – häufig auf Betreiben der Mutter, die es wiederum gegen ihn verwendet – blicken läßt.
Wie schließen wir nun den Kreis zwischen dem vaterlosen Kinde und dem Untergang des Vaterlandes? Wie soll ein Junge, welcher nicht einmal oder nur verzerrt die Figur des Vaters erlebt hat, jemals ein Gefühl für ein Vaterland entwickeln? Ein Junge muß die wahre Männlichkeit in seinem eigenen Zeuger erblicken, damit er diese Männlichkeit mit all ihren Werten selbst verinnerlicht und lebt. Diese innere Männlichkeit ist die Voraussetzung, um die Männlichkeit nach außen auf etwas größeres wie Volk und Vaterland übertragen zu können. Wer das hohe Ideal des Vaterlandes wieder aus der Asche emporsteigen laßen möchte, der muß zuerst den alleinerziehenden Müttern und ihren Strippenziehern, welche diesen Zustand erst ermöglicht haben, das Handwerk legen.
Feder und Schwert ist die Kolumne der Netzseite der nationalrevolutionären Partei Der III. Weg. Sie erscheint regelmäßig an jedem 2. Sonntag.