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Berlin/Limburg: Westerwald-Lied bringt Junge Union in Bedrängnis

19.11.2018 - 05:00

 

Mitglieder der Jungen Union (JU) aus dem Raum Limburg/Weilburg haben am geschichtsträchtigen 9. November in einer Berliner Kneipe das Westerwald-Lied angestimmt und damit einen kleinen politischen Skandal ausgelöst. Das bekannteste Westerwälder Heimat- und Volkslied wurde erst kürzlich aus allen Gesangsbüchern der Bundeswehr gestrichen, weil es auch von der Wehrmacht im 2. Weltkrieg gesungen wurde. Und genau dieses Lied mußte Mia A. Sommerfeld am 80. Jahrestag der Reichspogromnacht in einer Kneipe in Berlin-Moabit erdulden. “Das ist für mich ein sehr emotionaler Tag, weil wir jüdische Wurzeln haben und trauern”, sagte Sommerfeld gegenüber der hessenschau.

Laut Sommerfeld (26 Jahre) sei die JU-Gruppe aus dem Raum Limburg von Anfang an durch ihr “dominantes weißes männliches Verhalten” aufgefallen, habe mehrmals „CDU“ skandiert und homosexuelle Männer als “Schwuchteln” tituliert. Die JU spricht lediglich von einer Exkursion in die BRD-Hauptstadt und einer abendlichen Geburtstagsfeier. Man habe im Rahmen der Reise getreu nach dem Motto: „ ‘50% Politik, 50% Party’ “ in der Kneipe Zur Quelle nur “ausgelassen und stimmungsvoll getagt”.

Für Sommerfeld war im Zuge ihrer Videoaufnahmen schnell klar, „wenn jemand am 9. November was mit ‘Marschieren’ singt, dann weiß man schon, dass da was nicht stimmt.”

Das Bundesverteidigungsministerium unter Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte das Bundeswehr-Liederbuch “Kameraden singt!” aus dem Verkehr gezogen, da darin Lieder wie “Schwarzbraun ist die Haselnuss”, das “Panzerlied” oder “Das Westerwald-Lied” zu finden waren. Diese seien dem Ministerium zufolge in der NS-Zeit und während des Zweiten Weltkriegs als Ausdruck nationalsozialistischer Überhöhung missbraucht worden. Der CDU-Nachwuchs scheint aber eher einer anderen Überhöhung zu unterliegen. Die Limburger Junge Union erklärte zu dem Vorfall: “Wir sind nicht nur der Meinung, dass wir die programmatisch einflussreichste politische Jugendorganisation sind, sondern auch, dass wir von allen Organisationen am besten feiern können.”

Es wird von Tag zu Tag absurder in der Multi-Kulti-Republik. Nun ist es sogar schon anstössig, wenn man als Westerwälder seine Heimatlieder in der Öffentlichkeit singt. Wo soll der Selbsthass eigentlich noch hinführen?

Video: Hier zum Nachhören des Westerwald-Lieds.

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