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Corona-Krise: Erneutes Gespräch mit dem Virolgen Dr. Wolfram Baumeister

25.03.2020 - 05:01

Coronavirus Covid19Nach unserem letzten Gespräch mit dem Virologen und Chemiker Dr. Wolfram Baumeister, welcher 40 Jahre lang an verschiedenen Einrichtungen in der Virusforschung tätig war, und dem gestrigen veröffentlichen Diskussionsbeitrag zur Corona-Krise unter dem Titel “Notwendiges Vorgehen oder Ausbau der Diktatur?” haben wir Herrn Dr. Wolfram Baumeister nochmals ein paar Fragen zur Corona-Epidemie gestellt, die er netterweise zeitnah beantwortet hat.

Der III. Weg: Die Merkel-Regierung teilt mit, in der BRD sei zu erwarten, 70% der Bevölkerung werde an COVID-19 erkranken. Das Regime erweckt den Eindruck, “rechtzeitig alles Menschenmögliche” zu tun, um die Epidemie in Grenzen zu halten. War denn diese wahnsinnig hohe Durchseuchung gottgegeben und unvermeidbar, sozusagen “alternativlos”?

Dr. Wolfram Baumeister: Keineswegs!! Hätte man rechtzeitig kluge Maßnahmen ergriffen, hätte die jetzige Katastrophe verhindert werden können. So stehen wir heute mitten in einer exponentiell steigenden Durchseuchung mit einer Verdopplungsrate von 2 Tagen, vielleicht 5 Tagen. Sind heute 20.000 Erkrankte gemeldet, dann können es am Mittwoch 40.000 sein, am kommenden Wochenende 80.000, in der folgenden Woche 160.000, usw. Der RKI-Chef warnte deutlich, in naher Zukunft könnten Millionen erkranken.
70% Durchseuchung bedeutet 57 Millionen Erkrankte, 11 Millionen Schwererkrankte, 50.000, für die keine Intensivbetten und Beatmungsgeräte da sind.
Dabei liegt die Zahl der IINFIZIERTEN, der Virusüberträger, heute ja sehr, sehr viel höher als die der “laborbestätigten” und auch “gemeldeten” ERKRANKTEN (Meldelücke). Nun ist Merkel selbst erkrankt (noch nicht testbestätigt). Wir wünschen ihr das Beste!


Der III. Weg:
Hätte denn die Epidemie in der BRD verhindert werden können?

Dr. Wolfram Baumeister: Taiwan (24 Mio Einwohner) hat schon im Dezember 2019 reagiert. Seit der ersten SARS-Epidemie besteht dort ein Frühwarnsystem für neuartige Erkrankungen mit ausgereiften Notfallplänen, Entscheidungskompetenz und enger Verbindung zur Regierung. Die ersten Erkrankten wurden für 2-3 Wochen strikt isoliert, die Bevölkerung umfassend aufgeklärt. Es gab keine Panik, keine Hamsterkäufe. Das Land verzeichnete nur einige Dutzend Erkrankungen. Seit Monaten gibt es dort kaum Neuinfektionen!

China (1, 4 Mia) hat 3 Wochen zu spät reagiert, hat aber die exponentielle Phase mit extremen Mitteln beenden können, weniger als 0,1 Promille der Bevölkerung erkrankten, auch dort kaum Neuerkrankungen. Ähnlich Singapur und Korea.

Auch in der BRD ist der Sachverstand bezüglich einer Epidemie vorhanden, trotz PISA-Krise. Die Entscheider in der BRD haben aber volle drei Monate NCHTS getan! Hätte man auch hier die ersten Fälle mit rigoroser Quarantäne beantwortet und die Bevölkerung aufgeklärt, wären wir wie Taiwan mit einigen Hundert oder Tausend Erkrankten davongekommen!

Der III. Weg: Es wird viel darüber berichtet, daß vor allem ältere Menschen an dem Corona-Virus sterben. In Italien liegt laut einer Statistik vom
19. März 2020 das Durchschnittsalter der Toten bei 79,5 Jahren. Viele von ihnen haben eine Vorerkranknung. Bei den Todesopfern unter 40 Jahren handelte es sich der Studie zufolge ausschließlich um Männer mit schwerwiegenden Vorerkrankungen – etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenleiden oder Diabetes. Sterben also vorwiegend Alte?

Dr. Wolfram Baumeister: Es erkranken Menschen aller Altersklassen: Unter den Erkrankten sind etwa 5% Kinder (auch unter 4 Jahren) und Jugendliche, und nur 12,5% Menschen über 60. In einer Analyse, die im Februar 2020 vom chinesischen Center of Disease Control veröffentlicht wurde, waren 81% der an COVID-19 Verstorbenen über 60 Jahre alt [8]. Kein einziges der 416 Kinder <10 Jahren war unter den Todesfällen. Allerdings lag die Letalität auch bei Betroffenen <60 Jahren bei 0,6%, ein hoher Wert!

Die 80% Leicht-Erkrankten können, vermutlich zum Teil, bleibende Schäden davontragen (lebenslang Atemnot wegen Lungenfunktionsstörung). Auch junge Menschen sind unter den 20% Schwererkrankten, die 4-6 Wochen atemringend mit hohem Fieber darniederliegen. Italienische Ärzte berichten von erheblichen Zahlen von 20-Jährigen, die nur durch Beatmung gerettet werden können. Da Intensivbetten und Beatmungsgeräte schon heute nicht mehr ausreichen, bleiben die vorhandenen Kapazitäten den Jüngeren vorbehalten (Triage). In der Konsequenz ist richtig, daß die Todesfälle vor allem Menschen über 60 betreffen oder Menschen “mit Vorerkrankungen” und schwachem Immunsystem infolge Zivilisationsschäden (z.B. Übergewicht). In der BRD leiden aber auch Jüngere an Diabetes, Bluthochdruck, Immunschwäche, Übergewicht, Zivilisationsschäden..


Der III. Weg:
An der Schweinegrippe starben 2009 nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 18.449 Menschen. Ein internationales Forscherteam schätzt die Opferzahl weltweit auf rund 203.000. Warum wurde damals nicht so ein Aufschrei um die Schweinegrippe gemacht? Was unterscheidet den Corona-Virus von der Schweinegrippe? Was ist überhaupt der Unterschied von Corona zu einer normalen Grippewelle wie sie jedes Jahr auftritt?

Dr. Wolfram Baumeister: COVID-19 ist wegen der über alle Maßen hohen Übertragbarkeit (hohe Durchseuchung bei Untätigkeit!) bei weitem nicht mit anderen Viruserkrankungen zu vergleichen! Zudem beruhen die Zahlen, die man etwa von Influenza immer wieder hört, auf sehr selektiven, verfälschenden Angaben. Todesfälle bei Grippevirus-Erkrankten können nicht eindeutig der Viruserkrankung zugordnet werden (“Exzess-Mortalität”), und sie betreffen in manchen Jahren nur einige hundert Menschen. Selbst in Jahren extrem hoher Sterblichkeit sterben “im Zusammenhang mit einer Influenza-Erkrankung” nur 0,3 Promille der Bevölkerung. Die Situation bei COVID-19 ist absolut einzigartig; in der BRD erwarten die Entscheider 70% Erkrankungen, d.h. 11 Millionen Schwererkrankte und (das spricht niemand aus) 800.000 Tote, 30 mal so viele wie bei der schlimmsten Grippeepidemie. Das ist noch nie dagewesen!


Der III. Weg:
Warum unterscheiden sich die Opferzahlen zwischen Italien und der BRD so extrem? Liegt das eventuell nur an der Zählweise?

Dr. Wolfram Baumeister: Der Unterschied besteht m.E. darin, daß Italien für ausreichend viele Tests gesorgt hat und offenbar über ein besseres und stringenteres Meldesystem verfügt. Etwa konnte eine Gemeinde bei Venedig alle Einwohner, auch die Nichtinfizierten, zweimal testen und die Virusüberträger in Quarantäne stecken: ein voller Erfolg, keine Neuerkrankungen. Das wäre in Deutschland unmöglich. Hier reichen die Tests nicht einmal dazu aus, die eindeutigen Verdachtsfälle zu testen. Mir persönlich ist ein Fall aus dem Saarland bekannt: In einer Familie mit drei kleinen Kindern und einer schwangeren Ehefrau erkranken Vater und 1 Kind an “Erkältung”. Tests werden verweigert. Im Saarland werden nur Menschen getestet, die nachweislich Kontakt mit einem positiv Getesteten hatten und Rückkehrer aus Risikogebieten.
Stirbt in der BRD ein Schwerkranker an (Totenschein:) “Lungenentzündung”, dann verzichtet in vielen Fällen der Arzt wegen Überlastung durch 16 Stunden Krankenbetreuung auf Abstrich beim Toten und Einsendung zum Test.

Der III. Weg: Wie bewerten Sie die Aussagen des Dr. Wolfgang Wodarg, der den Corona-Virus als ein “Riesen-Fake” bezeichnet? (Siehe Video)

Dr. Wolfram Baumeister: Dieser Wodarg ist einer der Menschen, die in der Pandemie Unkenntnis verbreiten, vielleicht mit dem Auftrag, die Bevölkerung ruhig und uninformiert zu halten. Es gibt ja tatsächlich auch Menschen, die behaupten, das Coronavirus gäbs gar nicht, keiner hätte es gesehen. Dabei beruht die Namensgebung auf der im El.-mikroskop erkennbaren Gestalt, die wie eine Krone aussieht.
Wodarg ist ein Lungenarzt, ihn interessiert nur, daß da eine Lungeninfektion zu diagnostizieren und zu therapieren ist. Über die Ursache der Erkrankung hat er unzureichende Vorstellungen, er hält die einzelnen Viren gar nicht auseinander. Und von Epidemien versteht er leider überhaupt nichts.

Der III. Weg: In der Türkei sowie in Südamerika geht man im Umgang mit älteren Menschen und Vorerkrankten gesonderte Wege. Diese müssen ausnahmslos in häuslicher Quarantäne verweilen, so daß der Rest der Bevölkerung ihrem gewohnten Alltag nachgehen kann. Man sondert die Risikogruppen von der Gesellschaft ab, um sie somit besser zu schützen. Wie bewerten Sie diese Maßnahme?

Dr. Wolfram Baumeister: Diese Strategie ist wenig zielführend. Es sind die Jungen, die durch rege soziale Kontakte das Virus verbreiten und so der Epidemie bereitwilligst neue Nahrung verschaffen, so lange, wie noch Uninfizierte vorhanden sind. Also werden 20% der Jüngeren und Jungen schwer erkranken, mit wochenlangem schwerem Husten, hohem Fieber, schwerer Atemnot, über Wochen. Es werden mehr krankenhauspflichtig sein, als das türkische oder ein südamerikanisches Gesundheitssystem Betten hat.

Die Jungen, die geheilt sind, werden aber (vermutlich) eine bleibende Schädigung der Lungenfunktion zurückbehalten, wenigstens zu einem Teil der Betroffenen. Eine ganze Generation von Menschen mit lebenslanger Atemnot? Zudem muß bezweifelt werden, daß bei der außerordentlich hohen Durchseuchung die Alten noch geschützt werden können.

Der III. Weg: Wie lange denken Sie, müssen die getroffenen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung in der BRD aus Ihrer Sicht aufrechterhalten werden?

Dr. Wolfram Baumeister:  Die angeordnete Reduzierung der sozialen Kontakte ist ja schon viel zu spät gekommen. Binnen kurzem ist eine bundesweite Ausgangssperre zu erwarten, ebenfalls nur eine Verzweiflungs-Anordnung, weil man Aktivität vortäuschen will. Es kann doch kaum sein, daß die Entscheider nicht wissen, daß etwa tausendmal mehr Virusüberträger herumlaufen als (“bestätigte”) Erkranktenzahlen “gemeldet” werden. Wer bestrebt ist, eine Epidemie zu verhindern, muß sich an den einfachen (und selbstverständlichen) Maßnahmen orientieren, die vorausschauend und erfolgreich in Taiwan getroffen wurden. Die derzeit oder in naher Zukunft angeordneten Maßnahmen werden vermutlich bestehen bleiben, bis der Letzte der Bevölkerung infiziert und die BRD-Wirtschaft ruiniert ist.
Diesem von den Entscheidern angedachten “Schicksal” kann nur entkommen, wer sich strengstens an die empfohlenen persönlichen Schutzmaßnahmen hält. Jeder hat es in der Hand, ob er zu den 80% Erkrankten zählen will oder zu den 20% der Nichtinfizierten: Kontakte zu Infizierten ausschließen, unterwegs Hände desinfizieren, mit den Händen nicht ins Gesicht fassen, auch zu Hause nicht.

Der III. Weg: In einer neuen Studie wird die These widerlegt, daß das Corona-Virus in einem Labor gezüchtet wurde. “Durch den Vergleich der verfügbaren Genomsequenzdaten bekannter Coronavirus-Stämme konnten wir klar feststellen, dass SARS-CoV-2 durch natürliche Prozesse entstanden ist“, sagt Kristian Andersen, Experte für Immunologie und Mikrobiologie bei Scripps Research und Mitautor der Studie. (Siehe Verschwörungstheorie widerlegt: Coronavirus nicht im Labor gezüchtet)  Teilen Sie diese Ansicht?

Dr. Wolfram Baumeister: Es gibt zu jeder Frage eine Fülle von Publikationen, auch die konträre Ansicht wird vertreten, und mit guten Argumenten; m.E. kann man nicht resolut ausschließen, daß das Virus aus einem Labor stammt, man kann nur Wahrscheinlichkeiten feststellen. Die Frage der Herkunft ist ungeklärt. Sicher erscheint nur, daß es sich nicht um eine vorsätzlich platzierte “Biowaffe” handelt. Gegen die These, das Virus stamme aus einem Labor in Wuhan, sprechen mehrere eindeutigen Tatsachen. Die Herkunft aus den USA ist plausibel, bleibt aber auf der Ebene der Annahmen. Wie bei vielen anderen neu auftretenden Virusstämmen ist die Herkunft aus einem tierpathogenen Virus (Fledermaus oder Schlange) durchaus möglich und plausibel.

Der III. Weg:  Vielen Dank für die erneute Beantwortung der Fragen und weiterhin alles Gute.

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