„Der III. Weg“ gedenkt der Toten des Bombenterrors in Darmstadt
In der Nacht vom 11. auf den 12. September jährte sich erneut die Brandnacht in Darmstadt. Entfacht von 234 Bombern der Royal Air Force, fanden über 11.000 Deutsche den Tod im Feuersturm. Mit zwei toten Frauen oder Kindern für jeden toten Mann, einer fast völlig zerstörten Innenstadt, jedoch kaum beschädigten Industrie- und Militäranlagen, ist das Schicksal Darmstadts ein Mahnmal für die fast unermessliche Barbarei des alliierten Bombenterrors.
Selbst die Royal Air Force schrieb 60 Jahr später, dass „Darmstadt einfach eine weitere mittelgroße Stadt von geringerer Bedeutung war, die in den letzten Monaten des Krieges den besser werdenden Flächenangriffstechniken des Bomberkommandos erlag, als größere Städte es schon nicht mehr wert waren, bombardiert zu werden“. Man mag heute ein paar Bahngleise oder zwei drei Chemiewerke vorschieben, um den Massenmord zu rechtfertigen, doch in Wahrheit war Darmstadt nur ein weiterer Punkt auf der Checkliste der Alliierten zur totalen Vernichtung Deutschlands und diese Sinnlosigkeit, die kaltblütige und planmäßige Zerstörung ihrer selbst willens, ist das, was den Bombenkrieg zu dem vielleicht abscheulichsten Verbrechen überhaupt macht, das an unserem Volk durch seine vermeintlichen Befreier verübt wurde.
Es war dieses Jahr der 75. Jahrestag dieser unheilvollen Nacht und während in der St. Ludwig Kirche der grüne Oberbürgermeister, Jochen Partsch, zusammen mit einem Pfarrer und Seelsorger der Royal Air Force auf dem dortigen Friedensgottesdienst mit Sicherheit wie immer aller Opfer gedachte und auch die deutsche Schuld sicherlich nicht zu kurz kam, führten Aktivisten unserer Partei auf dem Waldfriedhof ihr eigenes Gedenken durch. Ein Gedenken, das nur unseren Opfern gewidmet war, dem deutschen Volk, den unschuldigen Zivilisten, Frauen und Kindern, die in Darmstadt im Feuer verbrannten, in den Kellern erstickten oder von Trümmern zerquetscht wurden.
Ihr seid nicht vergessen, war die Botschaft, die an diesem Abend 200 erleuchtete Kerzen auf den Grabsteinen rund um das Massengrab der Bombenopfer auf dem Kriegsgräberfriedhof in die Nacht hineintrugen, in der vor 75 Jahren der Tod über die Stadt kam.





