Skip to main content

der-dritte-weg

Nachgereicht: Feder und Schwert XXXI – Kurze Gedanken zur modernen Medizin und dem Wert der Auslese

08.04.2019 - 04:00

Das Leben und die Natur sind rau und fordern dem Geschöpf zum Erhalt seiner Existenz viel ab. Das Geschöpf muss sich an seine Gegebenheiten anpassen und sein durch Anpassung lebensförderndes Erbgut weitertragen. Wodurch wir schwaches und unfähiges Leben aussondern und gesundes erhalten. Die Industrialisierung und eine enorme Technisierung, welche sich auch auf die Medizin in erstaunlichstem Maße ausgewirkt haben, erlauben dem modernen Menschen nicht nur, sich aus diesem Lebenskampf weitestgehend zurückzuziehen, sondern diesem auch entgegenzuwirken.

Die moderne Medizin erlaubt bereits vor der Geburt, weitreichende lebenserhaltende Maßnahmen zu ergreifen. Einen Menschen, welcher faktisch tot ist, nach mehreren Stunden Reanimation wiederzubeleben, ist kein Wunschtraum mehr, sondern Realität. Daß Maschinen Organe ersetzen und Lebewesen durch „Organspende“ zu Ersatzteillagern werden, ist ebenso Realität. Menschen, die biologisch nicht fähig sind, Kinder zu zeugen – oder auch Frauen, die von ihrem Alter her eigentlich nicht mehr dafür geeignet sind – wird mit modernster Medizin der Kinderwunsch ermöglicht. Schwere Krankheiten werden mit jahrelangen Therapien aus Pharmazeutik, Operationen und Rehabilitation bekämpft. Impfungen schützen Kleinkinder vor Erkrankungen, welche ihren Tod oder schwere Schäden nach sich ziehen könnten. Ist ein Mensch noch so behindert, ist er noch so krank – nichts wird unversucht gelaßen in der Industrienation, ihm nicht nur ein Leben für sich zu ermöglichen, sondern auch sein Erbgut in Form von Nachwuchs weiterzugeben.

Betrachten wir zwei Beispiele, eines am Anfang, das andere am Ende des Lebens. Beginnen wir mit einem alten Menschen, da die Problematik hier für fast jeden Betrachter klaren Verstandes offensichtlich ist. Mit welchen grotesken Mitteln wird ein alter Mensch, welcher in vernünftigeren Zeiten schon längst aus dem Leben geschieden wäre, heute unnötig am Leben gehalten? Medikamente, bis zu einem Dutzend an der Zahl, Operationen, Infusionen und professionelle Pflege halten am Leben, was kein Leben mehr ist. Man erhält sterbendes Leben – und dieses „Sterbende“ zeichnet sich nicht nur durch einen erkennbaren Sterbeprozess mit entsprechenden physiologischen Veränderungen aus, sondern beginnt schon früher mit körperlichem und insbesondere geistigem Abbau – unnötig in dieser Welt und zögert das Unvermeidliche künstlich hinaus. Die Kosten dieser lebensverlängernden Maßnahmen für eine Gesellschaft übersteigen den Nutzen in nicht aufzurechnender Form. Zu diesen Kosten gehören finanzielle, materielle, personelle, zeitliche und emotionale Aufwände. Das einzige Gegenargument, welches wiederholt für die ausführlichen Lebenserhaltungsmaßnahmen angeführt wird, besteht aus pseudomoralischen Ausführungen, welche meist in der bis dato weder philosophisch, noch logisch, noch naturwissenschaftlich nachgewiesenen Menschenwürde gipfeln.

Ist dies beim alten Leben offenkundig – der menschliche Körper ist nicht für die Ewigkeit geschaffen und nur zu existieren heißt noch nicht, zu leben – so verschließt man aus emotionaler Schwäche beim jungen Leben meist die Augen und ergibt sich eben jenen Dummheiten, welche man beim alten Leben verwirft.

Eine jahrelange, den Körper malträtierende Therapie bei einem Kinde, welches an einer unheilbaren Krankheit leidet, ist ebenso unsinnig, wie die Therapie beim Alten. Im Gegenteil sind die Auswirkungen, welche jene Therapie beim Jungen haben kann, für die Gesellschaft von noch schlimmerem Ausmaße. Durch die ausufernde Pflege des jungen Patienten und dessen damit verbundener Lebenserhaltung, ist es diesem nicht selten möglich, sein schwaches Erbgut weiterzutragen.

Ist die überzogene Erhaltung des kranken Alten eine Torheit, so ist sie beim Jungen eine Gefahr. Krankheiten haben eine Ursache. Eine solche Feststellung mag banal erscheinen, doch ihre Aussage ist von entscheidender Bedeutung. Man muß sich bewußt machen, daß Krankheitsleiden nicht vom Himmel fallen. Nehmen wir zum Beispiele eine Frau, die vom Feminismus verführt ihre jungen fruchtbaren Jahre dem Berufsleben oder dem Feierleben – oder beidem – geopfert hat und mit deutlich über dreißig, manchmal gar über vierzig Jahren ihr erstes Kind bekommt, nachdem sie festgestellt hat, daß es im Leben einer Frau doch noch Bedeutenderes gibt, als das plump Hedonistische. Diese Art von Frau ist mit ihrem Nachwuchs eine Gefahr für die ganze Gesellschaft. Ihr Nachwuchs wird, wenn er es überhaupt bis zum Geburtsvorgang überlebt, mit höherer Wahrscheinlichkeit Gendefekte oder etwaige Schädigungen mit sich tragen, denn mit jedem weiteren Jahr über Dreißig steigen die Risiken bei einer Schwangerschaft erheblich. Doch neben der späten Schwangerschaft in Industrieländern gibt es etwa auch noch die gravierenden Umweltverschmutzungen – von Giftmüll bis zu radioaktiv verseuchten Kampfmitteln – welche einen Fötus schädigen und verstümmeln können. Die mit der Versorgung eines solch geschädigten Säuglings verbundenen Kosten, welche immerhin über ein halbes Jahrhundert lang fällig sein können, tragen weder der Betroffene selbst, noch die Eltern. Diese Kosten tragen alle Mitglieder einer Gesellschaft.

Durch die Unheil bringende moderne Medizin wird dieses Leben erst ermöglicht. Was der moderne Mensch vollkommen vergessen hat, ist die Auslesewirkung der Krankheit. Schwere Krankheit wird heute als ein Unglück gesehen, welches man meiden und verhindern müße. Doch Krankheit ist etwas viel Gewichtigeres als ein Unglück. Krankheit ist Auslese, ist Teil der natürlichen Entwicklung. Den menschlichen Körper, welcher von schwerer Krankheit befallen ist, reflexartig mit der modernsten Medizintechnik von seinem Leiden zu befreien, ohne daß er selbst zu diesem Heilprozess beigetragen oder ihn gar selbständig bewerkstelligt hat, ist ein Verbrechen an der Gesellschaft und der Natur. Alles, was die Befürworter der modernen Medizin vorbringen können, sind emotionale Aufwiegelungen, welche Mitleid erregen sollen. Sie fragen „Wollen wir dieses krebskranke Kind nicht heilen und ihm ein schönes Leben ermöglichen?“ oder „Er mag zwar eine schwere Genkrankheit haben, doch wollen wir ihm mit unseren modernen Medikamenten nicht ein normales Leben mit eigenem Nachwuchs geben?“

Der vernünftige Mann hingegen fragt dies: Wieso hat dieser Körper jene Krankheit? Und ist er stark genug, sich gegen diese zu behaupten? Ein Körper, welcher von schwerer Krankheit befallen wird und diese nicht mit eigener Kraft bewältigen kann, unterliegt gleichsam der natürlichen Auslese, wie ein starker Körper, welchem dies gelingt. Wer diese Waagschale der Allschöpfung stören will, tut Unrecht.

Feder und Schwert ist die Kolumne der Netzseite der nationalrevolutionären Partei Der III. Weg. Sie erscheint regelmäßig an jedem 2. Sonntag.

Noch keine Kommentare.

Die maximale Zeichenanzahl bei Kommentaren ist auf 2500 begrenzt.
Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.