Querfront zwischen Antideutschen und Neurechten? Ideologischer Streit innerhalb der Linken um das Conne Island
Das linksextreme Leipziger Szeneobjekt „Conne Island“ ist bundesweit bekannt als Vernetzungszentrum von Antifastrukturen im mitteldeutschen Raum. Doch seit kürzerer Zeit brodelt ein ideologischer Streit zwischen Linken um das Zentrum, der sogar in einem Boykottaufruf der „Initiative für eine linke Gegenkultur“ gegen das Objekt gipfelte. Hintergrund ist die Vortragsserie „70 Jahre Israel“ und ein Referat über „islamischen Antisemitismus“ von Thomas Maul, der regelmäßig für die antideutsche Antifazeitschrift „Bahamas“ publiziert. Bei diesem Blatt handelt es sich um ein Organ, das sich als „ideologiekritisch“ im Sinne der „Kritischen Theorie“ der Frankfurter Schule versteht und aus den ehemaligen kommunistischen K-Gruppen hervorgegangen ist.
Bereits bei ihrer Gründung im Jahre 1992 machte sie regelmäßig Stimmung gegen die teilweise vollzogene Wiedervereinigung Deutschlands, gegen eine revisionistische Aufarbeitung der Geschichte des 2.Weltkriegs und setzte sich entgegen der antiimperialistischen Linie der traditionellen Linken für eine bedingungslose Israelsolidarität ein. Den Aufhänger zum Streit gaben Äußerungen des antideutschen Mauls, in denen er lobende Worte für die Bundestagsrede von AfD-Fraktionschef Alexander Gauland zum Jahrestag der Gründung Israels fand und die AfD sogar „objektiv als einzige Stimme der Restvernunft im Bundestag“ bezeichnete. Auch der ideologische Vordenker der „Bahamas“, Justus Wertmüller, soll sich Informationen der „Jungen Welt“ zufolge bereits letztes Jahr an einer AfD-Demonstration „gegen Islamismus“ in Berlin beteiligt haben.
Wie es scheint, sind der ausgeprägte Philosemitismus und die prozionistische Haltung das verbindende Element zwischen „neuen Rechten“ und Antideutschen, das mittlerweile sogar zu einer Verwischung von ideologischen Grenzen geführt hat. So hat beispielsweise der Frontmann der Identitären Bewegung Österreich, Martin Sellner, in einem Videoblog eine ausgesprochen positive Kritik an der „Bahamas“ geäußert, sowie lobende Worte für den transatlantischen Adorno-Anhänger und antideutschen Guru Justus Wertmüller gefunden. Auch der regelmäßig bei Pegida in Dresden als Redner auftretende Michael Stürzenberger ätzt auf dem prozionistischen Portal „PI-News“ unlängst gegen „National-Sozialisten“, die mit der Beteiligung an Kundgebungen von „Pegida München“ angeblich den Ruf der Dresdner Bürgerbewegung schaden würden, nur weil sie auf populistische Plattitüden verzichten, die „den Islam“ als angeblichen Hauptfeind brandmarken.
So ist es nicht überraschend, dass sich das rechtspopulistische Klientel in seinem Distanzierungswahn so weit von nationalrevolutionären Kräften entfernt, dass es am Ende sogar Symphatien für die antideutsche Politsekte entwickelt, mit denen sie ihre Abneigung gegen die Religion des Mohammedanismus teilen. Dabei lehnen die Antideutschen jedoch aus ganz anderen Motiven heraus die unkontrollierte Einwanderung von Muslimen nach Europa ab. Indem sie im Islamismus eine Bedrohung des jüdischen Lebens und judäo-westlicher Werte in Europa sehen, bejubeln sie Israel und die USA als „Bollwerk“ gegen den Islam, um Deutschland weiterhin von hegemonialen, gegen die Lebensinteressen unseres Volkes gerichteten Bestrebungen dieser beiden zionistischen Mächte abhängig zu halten.
Die Argumentation von Sellner und anderen Neurechten mit Tuchfühlung zu Antideutschen, die in Wertmüller & Co. „bekehrte Patrioten“ zu sehen glauben, wird somit also ad absurdum geführt. Und wie der von der AfD zelebrierte Israelfetisch, neben dem selbst die traditionell von der CDU betriebene Kniefallpolitik vor Israels Interessen blaß erscheint, mit ihrer sogenannten „Mut zu Deutschland“-Kampagne zusammenpasst, wenn dieselbe Partei von Deutschlandhassern bejubelt wird, die zum alljährlichen Gedenken an die Bombenopfer Dresdens nach einem neuen „Bomber Harris“ rufen, bleibt wohl das Geheimnis der selbsternannten „Alternative“.