Volkszorn im Düsseldorfer Landtag
Im nordrhein-westfälischen Landtag in Düsseldorf kam es am vergangenen Mittwoch zu einem seltenen Zwischenfall. 200 Zuschauer in Bergmann-Tracht saßen auf den Tribünen des Parlaments, während über einen Antrag der AfD-Fraktion verhandelt wurde. Der Antrag der AfD zielte darauf ab, Stellenstreichungen im Bergbau zu verhindern. Im Verlauf der Debatte kam es zu hitzigen Reden, die aus dem Publikum zum Teil verschmäht oder auch bejubelt wurden.
CDU, FDP, SPD und Grüne lehnten den Antrag ab, lediglich die AfD-Fraktion stimmte ihrem eigenen Antrag zu, mit dem die Kündigungen von 200 Malochern verhindert werden sollte. Als der Präsident des Landtags das Ergebnis verkündete, dass der Antrag abgelehnt wurde, kam es auf den Tribünen zu tumultartigen Szenen. Die Bergmänner begannen – völlig zu Recht – gegen die Wände zu schlagen und die Abgeordneten der Volksverräter-Parteien zu beleidigen. Zu groß war der Zorn darüber, dass jene Herren, die auf des Volkes Kosten leben, negativ über die Existenz der Arbeiter entscheiden. Die Polizei wurde alarmiert und Hausverbote wurden gegen die Arbeiter ausgesprochen.
Doch dann kam es zum Höhepunkt der politischen Auseinandersetzung unter den Fraktionen. Der AfD wurde vorgeworfen „politisches Kapital” aus dem Antrag schlagen zu wollen. Auch der Aufmarsch der Bergmänner sei von der AfD inszeniert worden, „Das ist Unsinn. Die waren nur sauer, weil außer uns niemand mit denen sprechen wollte“, widersprach ein Parteisprecher. Angeblich hätten die Bergleute zuletzt vergeblich um Termine bei den anderen Fraktionen gebeten und seien nur bei der AfD vorgelassen worden.
Dass sich der Zorn des Volkes in den Parlamenten entlädt, ist bedauerlicherweise eine Randerscheinung in der BRD. Wenn aber die feigen Gestalten dort oben in den Parlamenten nicht aufhören ihr Volk zu verraten und zu verkaufen, dann ist die logische und die richtige Schlussfolgerung jene, dass einst das Volk über die Gestalten richten wird.